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19.08.2008 Kategorie: Aikido Aikido
Von: Bietigheimer Zeitung - DOMINIQUE LEIBBRAND

Abwehr ist die beste Verteidigung

Die einen gehen radeln, Familie Rebmann zieht den Kampfanzug an. Bis auf Mutter Eva trainiert die ganze Familie regelmäßig Aikido.


Gemeinsam stark: Vater Frank Rebmann mit seinen Kindern Melissa, Nicholas (Mitte) und Robin. Foto: Helmut Pangerl

(Quelle:Bietigheimer Zeitung - DOMINIQUE LEIBBRAND)



Im Herbst 2005 meldete Frank Rebmann seinen damals zehnjährigen Sohn Robin bei der Aikido-Abteilung des Judoclubs Bietigheim an, im Januar 2006 stand der dreifache Vater aus Ingersheim dann schon selbst auf der Matte und legte wöchentlich Angreifer um Angreifer flach. "Ich habe schon als Kind Judo und später als 20-Jähriger Aikido gemacht", erzählt der 41-Jährige. Den Wunsch seines Sohnes, sich künftig kampfsportelnd austoben zu wollen, unterstützte Vater Frank daher von Anfang an. Eine klassische Kampftechnik im Haudrauf-Stil sollte es jedoch nicht sein. "Ich habe ihm dringend zu Aikido geraten, weil es dabei um die reine Selbstverteidigung geht", erklärt Rebmann. In der pazifistisch geprägten Sportart - frei übersetzt: der Weg des harmonischen Geistes - gibt es keine Schläge und keine Waffen, nur Abwehrgriffe und Falltechniken. "Die Voraussetzung ist, dass man angegriffen wird", erläutert Rebmann, dann könne man den Schwung des Gegners nutzen, um ihn zu Fall zu bringen, so die Grundidee des japanischen Sports. "Aikido", ergänzt Sohn Robin, "ist aber nur die letzte Möglichkeit. Wenn ich angegriffen werde, denke ich wohl zuerst ans Wegrennen, als an die Möglichkeit meine Kenntnisse anzuwenden".

Für den Fall, dass eine Flucht nicht mehr mehr möglich ist, sind mittlerweile auch Rebmanns andere Kinder, die zehnjährige Melissa und der elfjährige Nicholas, gewappnet. Durch Vater und Bruder angespitzt, verteidigen auch sie sich wöchentlich selbst - bisher glücklicherweise nur in der Turnhalle. Den Ernstfall hat bisher noch keiner aus der Familie erlebt. Das Wissen aber, dass sich sein Nachwuchs notfalls zu helfen wüsste, ist für Rebmann ein wichtiger Faktor. Ein weiterer Grund: "Melissa und Robin sind im Reitverein, da ist es wichtig zu wissen, wie man fällt", witzelt der Familienvater.

Die einzige, die lieber zusieht, als selbst mitzumachen, ist Mutter Eva. Mit vier kampferprobten Abwehrspezialisten in der Familie - seit der Graduierungsprüfung im Juli tragen die beiden Jüngsten den gelben, Sohn Robin den orangenen und Vater Frank den grünen Gürtel - darf sich die Ingersheimerin aber getrost in Sicherheit wiegen.



VON DOMINIQUE LEIBBRAND



(Quelle: Bietigheimer Zeitung - DOMINIQUE LEIBBRAND)