Aikido Judo Ju-Jutsu


Aktuelles

01.10.2004 Kategorie: Karate Karate

Pokal-Bescherung für Bietigheimer Karatekas



Bei der erfolgreichen Teilnahme am 12. Internationalen Odenwald-Cup konnten die Senioren der Karate-Abteilung im Judo-Club Bietigheim sage und schreibe 12 Pokale für sich erkämpfen.

Begonnen hatten am frühen Morgen die Kinder und Jugendlichen mit Kata (vorgeschriebene Kombination von Karate-Techniken) und Kihon-Kumite (Grundschulmäßiger Kampf). Dabei hatten einige bereits in der ersten Runde mit erfahrenen Gegner zu tun. Da es für Luca Babic, Jonas Weise und Dominik Vollmer der erste Wettkampf in ihrer noch jungen Karate-Karriere (weißer Gürtel) war, musste sie bald Lehrgeld bezahlen und kamen nicht in die Finalrunden. Ähnlich erging es Sarah und Saskia Hanauer, Sarah Göpfert, Christian Guidabelli (jeweils orangener Gürtel) und Kosmas Lioliakis (grüner Gürtel). Auch sie kamen in ein starkes Teilnehmerfeld in ihrer Alters- und Gürtelklasse, sodass sie nach der Vorrunde ausscheiden mussten.

Nun begannen am frühen Nachmittag die Wettkämpfe für die Senioren. Hierbei wurden die Teilnehmer auch in jeweilige Altersklassen (über 18, über 30, über 40, über 50 Jahre) eingeteilt. Die Bietigheimer Senioren und Seniorinnen fühlten sich in ihren jeweiligen Altersklasse sehr wohl und konnten in beiden Kategorien (Kata und Kumite) erfolgreich abschneiden.

Auf dem Bild sehen Sie die glücklichen Teilnehmer und ihre beiden Betreuer Peter Schünemann und Ulli Moser.

    Hintere Reihe: Gerhard Höger, Michael Franz, Ulli Moser, Julius Watzel, Sascha Hurst, Peter Schünemann.

    Vordere Reihe: Martin Schmitt, Stefanie Ullmann, Raffaela Pesek, Norbert Weber

Für die Jugendlichen gilt nun die Erfahrungen im Training erfolgreich umzusetzen und die Senioren waren sich einig, Karate kann auch im Alter Spaß machen und sie können auch erfolgreich sein. Dies gibt Kraft und Motivation für das Jahr 2005.



Raffaelas persönliche Eindrücke:



Mein erster Karate Wettkampf

12. Internationaler Odenwald-Cup

Im Oktober 2004 meinte Peter, dass ich am Odenwald-Cup am 11. Dezember mitmachen könne. Es ist ein Turnier (eines der wenigen), bei dem auch Weißgurtträger mitmachen können. Eine Weile musste ich schon drüber nachdenken, und dann habe ich mich dazu entschlossen. Denn ich habe erst im Februar 2004 mit Karate angefangen, im Anfängerkurs bei Nadine. Es macht mir Spaß, und ich habe im Juli die Prüfung zum 9. Kyu bestanden. Um für das Turnier vorbereitet zu sein, konnte ich zusätzlich zum Trainingsabend bei Nadine am Dienstag im Montagstraining bei Peter üben: Kata Shiai Heian 1 und Kihon Ippon Kumite. Zweifel kamen mir schon zwischendurch, ob ich schon jetzt bereit für einen Wettkampf wäre. Aber die Neugier auf den Vergleich mit anderen Kämpfern war größer. Ich machte mir keine Hoffnung auf irgendeine Platzierung. Oder vielleicht doch?

Am 11. Dezember trafen wir - 16 Teilnehmer sowie Eltern und Partner - uns morgens um halb sieben in Bietigheim und fuhren etwa 150 km nach Mörlenbach. Um 9 Uhr sollte das Turnier beginnen, kurz nach acht Uhr kamen wir an. So hatten wir Zeit, uns in Ruhe um unsere Gruppeneinteilung zu kümmern. Mein Name stand nicht auf den Listen, so sehr ich auch suchte. Ich war zwar angemeldet, aber bei der entsprechenden Kategorie nicht eingetragen. Das ging übrigens nicht nur mir so. Norbert und Gerhard waren als einzige in ihrer Kumite-Gruppe eingetragen, mussten aber später feststellen, dass doch noch andere Kämpfer da waren. 650 Teilnehmer waren gemeldet, weniger als im Jahr zuvor. Die meisten waren Kinder und Jugendliche; vor allem bei den Senioren waren die Gruppen viel kleiner. Ich war auch für die Gruppe Seniorinnen ab 30 Jahre gemeldet, aber diese Kategorie gab es mangels Anmeldungen nicht. Nun hieß es für mich abwarten, da die Erwachsenen ab 14 Uhr beginnen sollten. Vormittags waren erst mal die Kinder und Jugendlichen dran.

Das Zuschauen von der Tribüne war spannend und wirklich interessant. Auf vier Kampfflächen ging es ‚rund’. Da hieß es 'Aufpassen’, um die Vereinskameraden nicht zu verpassen. Die Durchsagen per Mikrofon waren nicht einfach zu verstehen. Um halb zwei zog ich mich um, ab halb drei war ich bei den anderen Teilnehmern in der Halle. Die Aufregung hatte schon vorher begonnen zu steigen. An ein 'normales’ Mittagessen war nicht zu denken. Etwa gegen 15 Uhr waren die Kategorien Erwachsene und Senioren dran. Doch erst nach 16 Uhr war ich an der Reihe. Es war nicht mehr so einfach, mich selbst zu motivieren, weil die Warterei dann doch sehr lange war. Noch den richtigen Gürtel anziehen (rot oder blau), nach dem Aufrufen den 'Gegner’ und die Kampfrichter grüßen und dann: Zeigen was man kann! Die Kata lief unerwartet gut: Die erste Runde gewann ich, die zweite Runde verlor ich. Dies bedeutete den 2. Platz. Darüber freute ich mich, denn ich war zuvor sehr aufgeregt. Etwa eine Stunde später war Kumite. Ich hatte ein Freilos, verlor die erste Runde gegen die spätere Siegerin und gewann die nächste. Dadurch hatte ich den dritten Platz erreicht. In zwei Kategorien jeweils einen Pokal zu gewinnen, hatte ich nicht erwartet.

Jetzt hatte ich die innere Ruhe’, mir andere Kämpfe anzuschauen und mich mit den Kameraden zu unterhalten, wie es bei ihnen gelaufen ist. Da es auf den vier Kampfflächen gleichzeitig rund ging’, konnte man als Teilnehmer nicht bei allen zuschauen. Manche 'Auftritte’ wurden per Camcorder von Peter oder Ulli aufgenommen. So können sich die Teilnehmer später selbst sehen und besser feststellen, was sie verbessern können. Nach dem Umziehen konnte ich endlich etwas essen. Die Siegerehrung begann um halb acht. Es war schon schön, auf dem Treppchen zu stehen. Noch schöner fand ich aber die gute Kameradschaft und Unterstützung unter den Vereinskameraden. Trotz aller Anspannung und mancher Enttäuschung, trotz der Entscheidungen der Kampfrichter, die einiges an Diskussionsstoff bot, haben wir gelacht und uns immer wieder gegenseitig aufgebaut oder beruhigt. Ob ich nächstes Jahr wieder mitmache? Wahrscheinlich schon. Auch wenn ich wieder Zweifel habe, ob ich schon soweit bin. Denn meine Gegner werden auch weiter trainieren. So wie ich.

Raffaela Pesek