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02.05.2009 Kategorie: Allgemein/Gesamtverein Allgemein/Gesamtverein
Von: Bietigheimer Zeitung

Ehrennadel für Uwe Careni.

Es ging nie um "Bretter zerschlagen" - Ehrennadel für Uwe Careni, den Vorsitzenden des Judo-Clubs Bietigheim. Der 1. Vorsitzende des Judo-Clubs Bietigheim, Uwe Careni, erhielt jetzt aus den Händen von Oberbürgermeister Jürgen Kessing im Namen von Ministerpräsident Günther Oettinger die Landes-Ehrennadel.


An Uwe Careni (links) überreichte Oberbürgermeister Jürgen Kessing (rechts) die Landesehrennadel, im Hintergrund die Schulleiterin der Carl-Schaefer-Schule, Frauke Peters, und der Vorsitzende des Stadtverbands für Sport, Günter Krähling. Foto: Martin Kalb

Uwe Careni ist seit 1981 im Judo-Club Bietigheim aktiv, zunächst als Karatetrainer, 1984 bis 2003 dann als Abteilungsleiter für das Karatetraining verantwortlich, von 1994 bis 1999 als 2. Vorsitzender des Clubs und seit 1999 als 1. Vorsitzender des Judo-Clubs.

Der engagierte Lehrer ist darüber hinaus auch an seiner Schule, der Carl-Schäfer-Schule in Ludwigsburg, seit rund zehn Jahren ehrenamtlich tätig. Er betreut dort ein Projekt im Rahmen der Schulpartnerschaft mit St. Petersburg. Er begleitet die deutschen Schüler, die in St. Petersburg für eine Woche hospitieren und betreut im Gegenzug die russischen Praktikanten im Berufsfeld Kfz-Meister, die für eine Woche nach Ludwigsburg kommen.

Auch für die Bietigheim-Bissinger Schulen setzte sich Uwe Careni ein. Im Rahmen des Jugendbegleiterprogramms bot er im letzten Schuljahr für zirka drei Monate nach der Unterrichtszeit regelmäßig einmal wöchentlich sportliche Betreuungsstunden für die Schüler der Realschule im Aurain an.

Sein Hauptaugenmerk gilt jedoch dem Judosport. Als Abteilungsleiter und Trainer hat er unter anderem den mehrfachen deutschen Karatemeister Oguz Bakan gefördert und zu besonderen Erfolgen gebracht. Aufbau und vorbildliche Führung der Karateabteilung gehen zu wesentlichen Teilen auf seine Vereinstätigkeit zurück. Neben dem deutschen Meister errangen weitere Jugendliche des Vereins die Württembergischen Meisterehren im Karate, was nicht zuletzt den regelmäßigen Karatelehrgängen mit Weltmeistern und Nationaltrainern in Bietigheim-Bissingen unter der Leitung von Uwe Careni zuzuschreiben ist. Auch die Neugründung der Abteilung Tai Chi im Judoclub im Jahr 2002 geht auf seine Initiative zurück.

Es war vor allem das besondere Anliegen Uwe Carenis, Karate als gesundheitsfördernden Sport zu vermitteln, bei dem es nicht um "Bretter zerschlagen" oder öffentliche Schauvorführungen geht, sondern um einen Sport, in dem neben Schnelligkeit und Geschicklichkeit auch die psychologischen Komponenten wie Gelassenheit und Selbstbehauptung von großer Bedeutung sind. Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit werden ebenso regelmäßig trainiert wie Entspannungstechniken, Atemübungen und Meditation, um die Konzentrationsfähigkeit und Körperwahrnehmung des Sportlers zu steigern.

Der Judo-Club Bietigheim wurde am 21. März 1956 in Bietigheim-Bissingen gegründet. Im Geiste des "Japan-Arztes" und Bietigheimer Bürgers Erwin von Bälz´, der im 19. Jahrhundert in Japan der westlichen Medizin zum Durchbruch verhalf und dank seiner anthropologischen und kunstgeschichtlichen Interessen auch viel zur Völkerverständigung zwischen Deutschland und Japan beitrug, widmeten sich damals einige Bietigheimer Bürger den asiatischen Kampfsportarten, um durch die Vereinigung von Geist und Körper Ausdauer und Stärke zu erlangen. Dem Verein ging es stets darum, in besonderer Schulung und Erziehung von Jugendlichen die asiatischen Kampfsportarten als Kampfkunst mit besonderem Einsatz von Geist und Charakter zu vermitteln. Im Jahr 1975 wurde die Karateabteilung mit zunächst 35 Teilnehmern gegründet. Heute weist der Verein bei rund 700 Mitgliedern ein gesundes Verhältnis zwischen zirka 330 Kindern und 370 Erwachsenen aus. Ein erfolgreicher Trainerstab, der sich stets kompetent und zuverlässig auf Lehrgängen fortbildet und die Zusammenarbeit im Verein pflegt, darf auf zahlreiche Erfolge zurückblicken. Die Karateabteilung mit rund 200 Mitgliedern, davon zirka 80 Kindern, kann auf den mehrfachen deutschen Karatemeister Oguz Bakan, unter anderem Mitglied in der deutschen Nationalmannschaft, stolz sein.

Quelle: Bietigheimer Zeitung 07. April 2009