Judo

eine einzigartige Erfolgsgeschichte, eine universale Bewegung und viele Wege in einem.

Vor 131 Jahren hat in Japan ein Mann aus den verschiedenen Kampfkünsten feudaler Krieger ein Destillat gewonnen, das an Finesse und Nachhaltigkeit bis heute nicht überboten worden ist. Jigoro Kano modifizierte martialische Techniken in einer Weise, dass Übende sie jederzeit sicher ausführen können, ohne dem Gegenüber Schmerzen zuzufügen.

Eine motorische Revolution.

Kano schuf ein so einfaches wie komplexes System zwei Menschen ringen durch Griff am Judogi miteinander und nutzen Balance, Kraft und Bewegung, um den anderen „sanft" zu bezwingen.

Kanos Geistesblitz erwies sich als Volltreffer: Heute treiben weltweit mehr als 20 Millionen Menschen Judo. Der sportliche Dachverband zählt auf allen Kontinenten exakt 200 Mitgliedsverbände - nur wenige andere olympische Verbände haben mehr vorzuweisen als die Internationale Judo-Föderation.

Bei den Olympischen Spielen 2012 begaben sich 135 Judo-Delegationen nach London. 20 stellten für ihr Land einen Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier. Judoka aus 23 Nationen gewannen eine olympische Medaille. Allein die Titelgewinne bei den Frauen zeigen die universelle Dimension: Kämpferinnen aus Brasilien, Nordkorea, Japan, Slowenien, Frankreich, den USA und Kuba holten Gold.

Für die einzigartige Erfolgsgeschichte

ist auch die moralische Dimension verantwortlich, die der Begründer seinem Judo mit auf den Weg gab. Neben allen Techniken vermittelt es ethische Grundlagen und schlägt einen Weg des Seins vor.

Judo, so der Gedanke, bietet in jedem Alter einen passenden Weg. Er führt oft vom jungen, hoffnungsvollen Talent zum mutigen und herausfordernden Wettkämpfer. Mit zunehmendem Alter werden vielleicht die eigenen Kinder auf die Matte geführt, das erworbene Wissen wird als Trainer weitergegeben. Schließlich engagiert sich mancher als Macher im Hintergrund, sorgt für die Organisation des Vereins oder Verbands oder baut mit an einem Dojo (Übungsraum). Geht schließlich im Alter die körperliche Leistungsfähigkeit zurück, ist dennoch die Aufgabe als weiser Ratgeber wichtig.

 Für jede Rolle gilt: Judo ist ein Partnersport, hier geht keiner seinen Weg alleine. Durch Judo entwickeln Menschen Freundschaften und werden überall schnell integriert. Judoka aller Län­der sind durch eine gemeinsame Sprache verbunden. In welchem Land oder in welcher Stadt man erstmals ein Dojo betritt: sogleich ist das Band geknüpft und man ist willkommen. Judo überwindet nationale Grenzen, kulturelle Gräben und sprachliche Barrieren. Judo verbindet, und jeder kann diesen Weg gehen und genauso in ihm seinen Weg finden.

Die Geschichte des Judo-Club Bietigheim e.V.

Bereits 1953 wurde in Bietigheim von Herbert Steiner und sechs weiteren Sportkameraden beim Kraftsportverein Spartania eine Judo Abteilung gegründet.

Aus dieser ging 1956 der Judo-Club Bietigheim e.V. hervor.

Gründungsmitglieder waren Herbert Steiner, Albert Altmann, Peter Flegel, Adolf Gulde, Horst Jäger, Franz Kübler, Siegfried Keller, Dieter Glausner, Gerhard Fösch, Stefan Staller, Otto Scheurer, Siegfried Schmutz, Franz Wild, Wilhelm Wahl, Herbert Trinkner und Utz von Olnhausen.

Damit kam eine Sportart nach Bietigheim deren Wurzel zwar in Japan liegt, an deren Entstehung aber ein Bürger dieser Stadt nicht unwesentlich beteiligt war.

Es war der Bietigheimer Arzt und Medizinprofessor Erwin von Bälz, der 1877 seinen Studenten Jigoro Kano ermunterte die alten Kampfkünste der Samurai zu studieren.

Der Judo-Club Bietigheim e.V. ist heute mit den fünf Abteilungen Judo, Karate, Aikido, JuJutsu und Tai Chi einer der mitgliederstärksten Sportvereine in Bietigheim-Bissingen.